Irrtum 1: „Hoher Lagerbestand ist ein Zeichen von Stärke."
Ein hoher Lagerbestand ist zunächst ein Zeichen von gebundenem Kapital — nicht von Stärke. Stärke zeigt sich in einer hohen Umschlagsgeschwindigkeit des richtigen Bestands. Ein voller Lager mit Langsamdreh ern und ein leeres Konto ist kein Erfolg.
Irrtum 2: „Wir bestellen lieber zu viel, damit nichts ausgeht."
Ausverkäufe sind schmerzhaft — aber ein dauerhafter Überbestand an Langsamdreh ern ist teurer. Das optimale Bestandsniveau liegt nicht bei „immer genug von allem", sondern bei einem differenzierten Ansatz: hohe Verfügbarkeit für Schnelldreher, minimaler Bestand für Langsamdreher.
Irrtum 3: „Wir wissen, welche Artikel gut laufen."
Dieses Wissen ist oft intuitiv und nicht datenbasiert. Es bezieht sich häufig auf den Umsatz — nicht auf die Kapitalbindungs-Effizienz. Ein Artikel kann umsatzstark und gleichzeitig kapitalintensiv sein, wenn er in zu großen Mengen bevorratet wird.
Irrtum 4: „Die schlechten Artikel laufen irgendwann noch."
Artikel, die über 6 bis 12 Monate keinen nennenswerten Abverkauf zeigen, verbessern sich selten von allein. Sie warten — und verursachen dabei weiterhin Kapital- und Lagerkosten.