Irrtum 1: „Hohe Retouren sind in unserer Branche normal."
Branchenübliche Retourenquoten beschreiben den Durchschnitt — nicht das Optimum. Und: Der Branchendurchschnitt unterscheidet nicht zwischen kundenbedingten und prozessbedingten Retouren. Wer akzeptiert, dass die eigene Fehlerquote „normal" ist, akzeptiert vermeidbare Kosten.
Irrtum 2: „Das liegt an unseren Kunden — die bestellen zu unüberlegt."
Kundenbedingte Retouren sind real, aber nicht der steuerbare Teil. Prozessbedingte Retouren, die durch Fehlpicken, Verwechslungen oder Verpackungsfehler entstehen, haben nichts mit dem Kundenverhalten zu tun. Sie sind vollständig intern beeinflussbar.
Irrtum 3: „Wir haben keine Zeit für ein Scan-System."
Die Implementierung einer Scan-Pflicht am Packplatz ist in den meisten Betrieben der schnellste und wirksamste Hebel zur Fehllieferungsreduktion. Der Zeitaufwand für die Einführung ist überschaubar — der Nutzen dauerhaft.
Irrtum 4: „Unsere Mitarbeiter sind erfahren — die machen kaum Fehler."
Erfahrung reduziert Fehler unter Normalbedingungen. Bei hohem Volumen, Zeitdruck, neuen Artikeln oder ähnlich aussehenden Produkten steigt die Fehlerquote auch bei erfahrenem Personal — wenn der Prozess keine Fehlerprüfung enthält. Prozesse sollten so gestaltet sein, dass Fehler strukturell verhindert werden — unabhängig vom Erfahrungsstand.